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Beethovens Neunte mit vier Händen auf zwei Klavieren: Franz Liszts Bearbeitung überträgt Orchester und Vokalstimmen auf die Tastatur. Was sonst durch Instrumentalfarben unterschieden wird, erscheint nun in verschiedenen Registern und Anschlagsarten. Dadurch werden Stimmführungen und musikalische Schichtungen anders wahrnehmbar. Vom tastenden Anfang bis zum Freudenthema bleibt die Anlage der Symphonie erhalten, während ihre Klanggestalt sich grundlegend wandelt.
Vadym Kholodenko und Illia Ovcharenko haben sich zunächst als Solisten international einen Namen gemacht: Kholodenko gewann den Van-Cliburn-Wettbewerb, Ovcharenko den Honens-Wettbewerb. Die beiden ukrainischen Pianisten übernehmen im Hagenhaus gemeinsam eine Aufgabe von symphonischen Dimensionen. An zwei Klavieren müssen sie die Kräfte eines grossen Werkes verteilen und seinen Verlauf über lange Strecken zusammen gestalten. Virtuosität ist dabei ebenso gefragt wie die Abstimmung bis ins Detail.